Fragen an Charlotte

Theaterperformance nach „Leben oder Theater“
von Charlotte Salomon
Gastspiel Cargo-Theater, Freiburg

Foto: Jennifer Rohrbacher

Als die Berliner Künstlerin Charlotte Salomom 1940 zu ihren Großeltern nach Südfrankreich flieht, ist sie gerade einmal 23 Jahre alt. In einem Ausbruch kreativer Energie malt sie Ihr Werk „Leben? OderTheater?“ ihre Lebensgeschichte in über 1300 Gouachen. Diese einzigartige Erzählung, die aus Bildern, Textfragmenten und Musikangaben besteht, zeichnet expressionistische Welten im Stile von Graphic Novel oder Comic und macht uns zu Zeuginnen der Geschichten ihrer Familie, ihrer Jugend in Berlin der 30er Jahre und der Zeit im Exil in Südfrankreich. Hier sehen wir die Welt durch die Augen der jungen Künstlerin. „Etwas ganz Verrückt-Besonderes“, schreibt Charlotte Salomon auf ein letztes Blatt. In der Inszenierung „Fragen an Charlotte“ setzen sich vier Künstlerinnen, die heute ungefähr im gleichen Alter sind wie vor 80 Jahren Charlotte Salomon, mit den Erzählungen aus „Leben? Oder Theater?“ und dessen existentiellen Themen auseinander, die auch heute hochaktuell sind: Erfahrung von Ausgrenzung, Heimat-(losigkeit) und Identität. Die junge Künstlerin wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Welche Fragen hätten wir heute an sie?

Foto: Jennifer Rohrbacher

„Es ist ein prallbuntes Spiel mit ganz unterschiedlichen Theatermitteln, Materialien, Räumen und Perspektiven. So werden Folien ihrer Gemälde mit Overheadprojektor übergroß auf Wände und Stellagen geworfen und überraschend zum Leben erweckt: Die Schauspieler schlüpfen in die Bilder, lassen sie tanzen und doubeln deren Figuren. Dazwischen weben sich Originaltexte und Zeitungsmeldungen, es gibt übereinander projiziert und so atmosphärisch verdichtet Papier- und Objekttheater, Tanz, Schatten- und Schauspiel zu erleben. Wie kann Erinnerung sichtbar werden? – so eine der Fragen des Ensembles: Hier gelingt es!“ M.Klötzer, Badische Zeitung 30.09.2019

Foto: Jennifer Rohrbacher

„…bei der vier junge Kunstschaffende aus unterschiedlichen Sparten mit überbordender Kreativität ihre ebenso berührende wie eindrückliche Annäherung an die jüdische Künstlerin zeigen … Vor allem aber viel Live-Musik: Vom elektronischen Popsong bis zum französischem Chanson oder Klezmer Lied hat Carla Wierer Salomons Texte fantastisch vertont. Immer wieder treten die Spieler mit persönlichen Statements an den Bühnenrand und schaffen so den Transfer ins Heute. Eine dynamische und bildmächtige Collage für das Erinnern!“ Kulturjoker November 2019

PerformerInnen: Carla Wierer, Marie Dolderer, Viola Schmitzer, Rense Hettinga
Regie: Margit Wierer

Eintritt: 20 €, erm. 10 €

Vorstellungen:
Mittwoch, 18.01.2023, 20.00 Uhr
Donnerstag, 19.01.2023, 20.00 Uhr

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