Die Ballade vom großen Makabren

Ein zirzensisches Spektakel in 3 Akten
von Michel de Ghelderode
mit Musik von Ulrich Roski

nach der Übersetzung von Leopold Müller und Eugen Helmlé
Bearbeitung von Rudi Müller-Poland

Eine Produktion des theaterforum kreuzberg

Nekrozotar, der sich als gottgesandter Würgeengel ausgibt, steht im Mittelpunkt des Stückes. Begleitet von seinen Saufkumpanen reitet er im Kostüm des Sensenmannes in die Hauptstadt, um der verhassten Gesellschaft Furcht und Schrecken einzujagen. Einst hatte er sich – als unrealistischer politischer Phantast – an den miserablen Zuständen seines Landes aufgerieben. „Ich liebte das Leben und die Menschen“, berichtet er, aber: „Ich aß die Hefe des Hasses“. Sein Hass ließ ihm auch im Grabe keine Ruhe. So benutzt er den Tag, an dem das Erscheinen eines Kometen vorausgesagt ist, für den großen Racheakt.
Bei dem theatralischen Sensenauftritt, illuminiert durch das Aufleuchten des Kometen, schlagen sich die Menschen in ihrer Hysterie gegenseitig tot oder verrecken an ihrer eigenen Angst. Nur ein paar unschuldige Säufer bleiben übrig und ein Liebespaar, das man zu Beginn noch in paradiesischer Unschuld sah und dann am Ende – nach dem Sündenfall.
„Aus einem Grabe kam das Leben“, heißt es am Ende des Stückes. Die Überlebenden singen das Lied der Väter. Sie wollen von vorne anfangen, eine ganz und gar neue Welt bauen. Aber was ändert sich wirklich? Ein paar der übelsten Bösewichter werden gehängt. Im übrigen versammelt man sich im Namen des alten verlogenen Wahns vom goldenen Schlaraffenland, in dem es nur zu saufen und zu fressen und animalisch zu leben galt. Darin erschöpft sich die Brüderlichkeit, die so lauthals ausgerufen wird. Die neue Zeit, die mit einem Zechgelage auf den Trümmern der alten beginnt, wird sie dieser so unähnlich werden?

Inszenierung: Anemone Poland
Musik und Gesangseinstudierung: Ulrich Roski
Bühne: Robert Schmidt-Matt
Kostüme: Gertraud Wahl
Licht: Christoph Wüst
Requisite: Louise Gregory, Nadine Kälin
Tontechnik: Norbert Menzel
Tischlerei: Uwe Koch
Rechte: Thomas Sessler Verlag Wien

Es spielt das Ensemble des theaterforum kreuzberg:
Nekrozotar, der große Makabre –Jürgen Ruoff
Videbolle, Philosoph – Fritz Scheler
Porprenaz, Trunkenbold – Wolf Hedrich
Salivaine, Frau des Videbolle – Saskia Kästner
Goulave, Fürst von Breughelland – Rafael Braun/Sulamith Bade
Aspiquet, Minister – Grischa J. Kofmann/Siegfried A. Effenberger
Basiliquet, Minister – Lars Teschner
Jusemina, ein schönes Mädchen – Sulamith Bade/Annika Desch
Adrian – ein schöner Jüngling – Hakim el Hachoumi/Adam Markiewicz
Bote – Susanna Reinhart/Magdalene Hurka
Schabernack & Schobiak – Susanna Reinhart &Louise Gregory/
Ilona Rudolf & Magdalene Hurka

am Akkordeon – Dirk Rave

Premiere am 25. Oktober 2002

Fotos: Jochen Melzian

Pressestimmen:

Zur Übersicht

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutz

Scroll to Top